Baustein 15-18

Im dritten Lebensjahr des Kindes – 4 Bausteine

15. Spielen fördert Persönlichkeit ... und Intelligenz.

  • Die Entwicklungspsychologie hat uns gelehrt, dass es zu den Schlüsselkompetenzen von  Säuglingen und Kleinkindern gehört, die sie umgebende Welt kontinuierlich und mit großem Interesse zu erforschen.
  • Innerhalb von wenigen Jahren machen sich die Kinder mit den Lebensbedingungen vertraut, in die sie hineingeboren wurden, egal ob diese Welt Japan, Deutschland oder Indien heißt.
  • Diese Erforschungen geschehen von alleine. Das Forschen und Lernen von Kindern ist Bestandteil ihres genetischen Erbes und erfolgt in den vielfältigen und komplexen Prozessen, die von Erwachsenen oft geringschätzig als „Spiel“ eingestuft werden.
  • Für alle Eltern lohnt es sich unbedingt, genauer hinzuschauen und vielleicht neu wahrzunehmen, was sich da vor ihren Augen – oft fast unbemerkt –  ereignet.
  • Mit ihren Sinnen (Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken, Bewegungssinnen) nehmen die  Kinder alles auf, was in ihrer direkten Umgebung passiert, sofern diese Eindrücke zu ihren aktuellen Forschungsinteressen passen.
  • Eltern können diese Forschung dadurch begleiten und unterstützen, dass sie neue „Anregungen“ bereitstellen, wenn sie merken, dass ihr Kind mit einem aktuellen Thema „fertig“ ist: z.B. gesungene oder gesprochene Worte, Gegenstände aus dem Haushalt, einfache Spielsachen.
  • Von größter Bedeutung ist  die Gegenwart eines liebevollen und feinfühligen Gegenübers, das alle diese Schritte begleitet, mit Worten und Emotionen benennt und „spiegelt“.
  • Das Gehirn wächst in diesen wenigen Jahren so schnell wie nie wieder danach. Die Speicherkapazitäten für Neues sind unbegrenzt.

16. Sauber und trocken - Wie und wann? Früher und heute.

  • Bei diesem Thema sind oft nicht nur die Eltern, sondern auch die Großeltern (mit ihren Erfahrungen)  und die Gesellschaft (mit ihren Erwartungen und Normen) beteiligt.
  • Von Vorteil ist es, wenn  sich Eltern und Großeltern/Miterzieher  über ihre Vorstellungen und Erwartungen austauschen können.
  • Längsschnittstudien aus den 50iger und 80iger Jahren (Remo Largo) sind eine sehr gute Basis, um die vielen Fragen, die es zur „Sauberkeitserziehung“ gibt, so objektiv wie möglich zu beantworten und den „Druck“ für alle Beteiligten zu reduzieren.
  • Was können Eltern tun, um ihr Kind in diesem Entwicklungsprozess gut  zu begleiten und zu unterstützen (keine Beschämungen, keine Unterstellungen………)?
  • Wie können Eltern damit umgehen, wenn ihr Kind  zu den Kindern gehört, die „länger als normal“ (z.B. noch im Schulalter) einnässen oder einkoten?
  • Wann ist eine Vorstellung beim Kinderarzt angesagt?

17. Kinder entdecken ihren Körper - frühkindliche Sexualität

  • Was bedeutet eigentlich frühkindliche Sexualität? Wie gehen Eltern damit um?
  • Wie unterscheiden sich die Sexualität von Kindern und die Sexualität des Erwachsenen?
  • Was ist normal? Wo liegen die Grenzen?
  • Wann und wie spreche ich mit meinem Kind?
  • Wie kann eine gelungene Sexualerziehung aussehen?
  • Wie könnte ein natürlicher und verantwortungsbewusster Umgang mit der kindlichen Sexualität gelingen?

18. „Geschwister? - sie lieben sich und streiten.

  • Geschwisterbeziehung ist die lebenslang längste Beziehung die wir haben. Es ist ein Schatz, ein oder mehrere Geschwister zu haben, mit denen man wunderbar zusammenspielen, etwas unternehmen, lernen und entdecken kann, aber mit denen man auch heftige Gefühle wie Eifersucht, Hass, Dankbarkeit, Angst, Überlegenheit und Macht und Ohnmacht teilt.
  • Eltern erleben ihre Kinder in der Konkurrenz, Rivalität, den Streits und den häufig aggressiv ausgetragen Kämpfen und fühlen sich oft hilflos und hin und her gerissen zwischen „Eingreifen und lassen“. Eigene Erfahrungen mit und ohne Geschwister sind meist mitbestimmend wie Eltern in solchen Situationen mit ihren Kindern umgehen.
  • In diesem Seminar wird Eltern nach einer Einführung in das Thema Gelegenheit gegeben, Erfahrungen auszutauschen und mit den beiden Diplom-Psychologen, Frau Brennecke und Herrn Siegmund, Ideen und Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten zu der Frage: was ist eine „im besten Sinne gelingende Geschwisterbeziehung?“